Woodstock in Polen


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Letztes Wochenende waren wir auf einem „Campingurlaub“ in Polen. Kurzer Hintergrund: Tobi (Arbeitskollege von Sushi) fragte uns, ob wir nicht Lust hätten, zum Woodstock nach Polen zu fahren, ein kostenloses Festival direkt hinter der Grenze in Kostrzyn nad Odrą mit kostenlosem Eintritt und kostenlosem Camping.

Zunächst erwartet hatten wir nettes Campen, ein Kleinkunstfestival mit eher regionalen Bands und ein paar Tage Ausspannen. Allerdings ist Woodstock das größte Festival Europas und rund 800.000 andere Campinggäste sorgten dafür, dass es viel eher unvergesslich als ruhig wurde.

Da das Festival von den Ursprüngen her eher eine Charity-Sache war, erhielten früher die Bands gar keine Gage und heute dürfte das nicht viel anders sein. Aber es gibt nicht viele Bands, die sich die Gelegenheit entgehen lassen, vor über 100.000 Menschen gleichzeitig zu spielen.

Bei einem Festival dieser Größenordnung waren zudem einige Dinge etwas größer aufgezogen. Während auf anderen Festivals NGOs eher Infostände haben, hat beispielsweise Hare Krishna (ISKCON) gleich ein ganzes Zeltdorf errichtet, auf dem man meditieren, beten, futtern, plaudern und Musik hören konnte. Ein polnischer Mobilfunkanbieter (ich glaube dass es einer war) hatte zu Promotionzwecken ein Riesenrad hingestellt, auf dem man kostenlos sich das Festival von oben anschauen konnte und der Discounter Lidl errichtete mitten auf dem Festival eine eigene Filiale. Diese Filiale war zwar etwas größer als eine normale Filiale, hatte rund 3 Dutzend Kassen, die fast rund um die Uhr arbeiteten und das Sortiment war reduziert auf Getränke, Grillgut, Backwaren und Drogerieartikel, aber das Faszinierende: Die Preise waren genau die gleichen wie in jedem anderen polnischen Lidl. Auch die Preise an den Futterbuden waren zwar erhöht, aber für 5 Euro bekam man problemlos ein Abendessen incl. Getränke für zwei Leute.

Musiktechnisch war das Festival sehr interessant aufgrund der Tatsache, dass es eben nicht einer konkreten Musikrichtung verschrieben war. Zwar lag der Fokus schon auf Metal, aber Headliner war dies Jahr ganz klar Shaggy (Mr. Bombastic). Dank dreier großer Videoleinwände und mehreren von der Bühne entfernten Boxentürmen konnte man sich die Bands auch noch bequem aus der letzten Reihe anschauen/anhören (das waren dann aber teils auch schon mehrere 100 Meter).

Unangenehm war vor allem der Sandboden, der wirklich zu einer gigantischen Sand-Dunst-Glocke wird wenn 100.000 Leute gleichzeitig irgendwohin wollen. Ebenfalls einen Negativpunkt bekommt die Infrastruktur auf den etwas entlegen gelegenen Campingplätzen. Die Toiletten waren doch dünn gesät und der optische Eindruck der Toiletten war selbst für ein Festival eher unterer Standard. Die nächste Wasserstelle waren dann schon gleich 10-15 min Fußmarsch. Gut also, wenn man entsprechend ausgerüstet anreist.

 

2 Kommentare zu “Woodstock in Polen”

  1. Ihr seid irgendwie so ne Art Seismographen für abgefahrene Erlebnisse :-) Gut, dass ihr hingefahren seid!

    Wenn Hare Krishna ein Zelt hatte, wieso hatte Scientology keins…?

    Ich vermisse eine Auflistung der Bands, die ihr gesehen habt und euren Kommentar dazu:-).

    Was den Blog angeht, ein paar Anregungen, die ihr gerne umsetzen könnt, während ihr euch um etwas anderes, viel wichtigeres herumprokrastiniert… (so sind schon manche berühmte Symphonien und Romane entstanden, kein Witz!) – Die Bildunterschriften sind teils nicht vollständig lesbar, da sie sich mit den Bildnummern überschneiden. Außerdem ist die Schrift ziemlich hell. Ich hätte außerdem sehr gerne eine Kommentarfunktion für einzelne Bilder :-).

  2. Oh ich wär auch gern da gewesen! Sieht echt cool aus! :-)

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